Entwicklungstendenzen in der mitteleuropäischen Buchmalerei vom 13. bis zum 15. Jahrhundert

 

FWF-Projekt, Elise-Richter-Programm
Laufzeit: 1. 11. 2018 - 31. 10. 2021

Projektleitung: Dr. Christine Beier


Die zeitliche und regionale Einordnung mittelalterlicher Bücher sowie Aufschluss über ihren Kontext, über Herstellungsumstände und Gebrauch, gehören zu den Kernaufgaben der Forschungen zu diesen Überlieferungsträgern und bilden die Grundlage für deren weitere wissenschaftliche Auswertung. Wenn die Bücher eine ornamentale oder figürliche Ausstattung besitzen, kann mit kunsthistorischen Methoden ein essentieller Beitrag zu einer solchen historischen Verankerung geleistet werden. Ziel des Projektes ist es - mit Blick auf eine Verbesserung und Systematisierung der Methoden - wesentliche Entwicklungslinien in der künstlerischen Buchausstattung in den Regionen des deutschsprachigen Mitteleuropas aufzuzeigen und für eine möglichst große Zahl von Büchern Perspektiven der Verknüpfung zu schaffen.

Üblicherweise geht man in Darstellungen, die die künstlerische Entwicklung einer Region über einen längeren Zeitraum verfolgen, von Hauptwerken der Buchmalerei aus und diskutiert ihre Vorläufer, Eigenheiten und Wirkungen. Das Problem dieser Methode ist, dass Hauptwerke ihre Entstehung in der Regel besonderen Bedingungen verdanken, die nicht ohne weiteres auf die Mehrheit des überlieferten Materials übertragbar sind. Im Rahmen des geplanten Forschungsvorhabens ist demgegenüber vorgesehen, größere Werkgruppen in den Blick zu nehmen, ihre Entstehungskontexte zu analysieren und zu vergleichen, um Einblick in regionale Unterschiede und entwicklungsbedingte Veränderungen zu gewinnen. Es geht um ein besseres Verständnis für das flexible System der Buchherstellung, das den Bedürfnissen der sich verändernden Gesellschaft angepasst wurde - mit entsprechenden Auswirkungen auf Ausstattungsformen und -inhalte.