Symposium & Kolloquium. InstitutsmitarbeiterInnen als Oganisatoren und Referenten im internationalen Wissenschaftstourismus


Die internationale Vernetzung der Wissenschaft ist nicht nur in vielen Bereichen eine fachliche Notwendigkeit, sondern auch eine von der Wiener Universität gern gesehene Aktivität. Die inhaltlich und vor allem finanziell nicht einfache Organisation solcher internationaler Symposien oder Kolloquien verdient daher besondere Anerkennung.
Nach den zahlreichen diesbezüglichen Aktivitäten während der Ferienmonate finden im November 2010 gleich zwei Tagungen statt, bei denen Assistenten und Dozenten des Kunsthistorischen Institutes der Universität Wien an der Vorbereitung mitwirkten. Andere ForscherInnen unseres Institutes sind in diesem Monat als Referenten und Moderatoren im Einsatz.
Unter dem Titel „Das Feld der Malerei“ steht ein Symposium, das am 12. und 13. November im Museum Moderner Kunst stattfindet. „Nachdem die avancierte Kunstkritik über Jahrzehnte hinweg das Ende der Malerei bzw. deren zynische Parodierung proklamiert hatte, kündigt sich in jüngster Zeit ein neuartiges Interesse an der weitverzweigten und widersprüchlichen Geschichte dieses ehemaligen Leitmediums der ästhetischen Moderne an. Unklar ist allerdings, an welchen narrativen und theoretischen Modellen sich das Sprechen über Malerei heute orientieren könnte. Bei der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen wird es notwendig sein, das zumeist schwierige Verhältnis der Avantgarden und Neoavantgarden zur Malerei im Auge zu behalten und, falls nötig, neu zu interpretieren.“
Konzipiert wurde die Veranstaltung vom MUMOK-Kurator Mag. Achim Hochdörfer, der sein Studium an unserem Institut 1999 mit einer Arbeit über die Skulpturen von Cy Twombly abgeschlossen hat und heuer zum Österreichischen Kommissär der 12. Biennale in Kairo ernannt wurde, sowie von Prof. Dr. Wolfram Pichler. Unter den Referenten befinden sich neben Kuratoren der Tate Modern in London und des Museum of Modern Art auch der seinerzeitige Assistent an unserem Institut und jetzige Professor in Chicago, Dr. Ralph Ubl, sowie der kanadische Künstler und Kunsthistoriker Jeff Wall.
In Ergänzung zur großen Ausstellung über Michelangelo veranstaltet die Albertina am 19. und 20. November ein internationales Kolloquium über „Michelangelo als Zeichner“. Der Ausstellungskurator und Dozent unseres Institutes Dr. Achim Gnann hat dazu Experten aus Italien, Frankreich, Deutschland, England und den USA eingeladen. Neben Altmeistern der Renaissanceforschung wie Joachim Poeschke (Münster) und Christoph L. Frommel (Rom) kommt dabei auch unsere Assistentin Dr. Eva Hanke zu Wort, die sich in ihrer heuer veröffentlichten Dissertation mit den italienischen Maler-Bildhauern beschäftigt hat. Univ.-Prof. Dr. Raphael Rosenberg, der ebenfalls schon seine im Jahre 2000 publizierte Dissertation Michelangelo und dessen Nachwirkungen gewidmet hat und in diesem Semester begleitend zur Ausstellung ein Seminar zum Thema anbietet, wird eine Sektion der Tagung in der Albertina moderieren.

Andere Lehrende und Mitarbeiter des Instituts für Kunstgeschichte treten hingegen ebenfalls im November bei ausländischen Tagungen auf. So spricht Forschungsprojekt- mitarbeiterin Mag. Dr. Costanza Cipollaro am 13. November an der University of Georgia in Athens (USA) im Rahmen der „Trecento Conference“ über „The Impact of Franciscan Art in the Levant, 1250-1400”.
Am 25. November wird Dr. Friedrich Polleroß in Istanbul auf der von der École Pratique des Hautes Études der Sorbonne (EPHE) gemeinsam mit dem Institut Français d’Etudes Anatoliennes (IFEA), dem Nederlands Instituut in Tukije (NIT) und dem Centro Studi sul Rinascimento/ Bologna veranstalteten Konferenz über die Rolle von Fürstinnen als Auftraggeberinnen von Architektur referieren. Sein Vortrag ist den baufreudigen Habsburgerinnen gewidmet: „Des Maisons de plaisance et des Couvents. Les femmes des Habsbourg dans le mécénat architectural“.
Zwei der in Istanbul beteiligten Institutionen, nämlich die EPHE und die Fondazione CARIBO, sind auch die Veranstalter einer Tagungsserie über Künstlermigration und Kunsttransfer in und aus Bologna (“Crocevia e capitale della migrazione artistica: forestieri a Bologna e bolognesi nel mondo“). Bei der heurigen Jahreskonferenz, die der barocken Kunst gewidmet ist und Ende November in Bologna stattfindet, wird Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schütze über „Carracci, Reni e Cagnacci nelle collezioni imperiali“ berichten.

-> detaillierte Informationen und Programm

Friedrich Polleroß   Fotos: UNIDAM