Flämische Schule III und IV

Projektleitung: Univ.-Doz. Dagmar Thoss


Das Kernstück des Katalogbandes "Flämische Schule IV" bilden die beiden in Wien verwahrten Prachtcodices Joris Hoefnagels, eines der hervorragendsten Künstler des ausgehenden 16. Jahrhunderts, gleichzeitig der letzte Buchmaler überhaupt, der mit seinem Oeuvre dem am Ende seiner Geschichte angelangten Genre nochmals einen letzten, fulminanten Höhepunkt bescherte. Das im Auftrag Erzherzog Ferdinands von Tirol für seinen Sohn Kardinal Andreas von Österreich hergestellte Missale Romanum (Cvp 1784) enthält mehr als 500 reich geschmückte Seiten, auf denen Hoefnagel alle Facetten seiner Kunst vorführt: emblematische Darstellungen, Naturstudien, christologische Szenen, meist in komplizierte manieristische Rahmenkompositionen inkorporiert. Im Schriftmusterbuch (ausgeführt vom berühmten Kalligraphen Georg Bocskay) finden sich zusätzlich eine Reihe von Stadtansichten. Einen zweiten Schwerpunkt des Katalogbandes bilden, allein von ihrem Umfang her, die sogenannten Croy-Alben, 15 von insgesamt 25 erhaltene Bände eines monumentalen topographischen Sammelwerkes mit insgesamt fast zweieinhalbtausend Ansichten. Ferner wird der Katalogband eine Reihe interessanter Einzelhandschriften erfassen, u.a. ein mit hervorragenden manieristischen Grotesken verziertes Gebetbuch und eine Porträtsammlung "en miniature" von Angehörigen des burgundischen, niederländischen und spanischen Adels, beginnend mit den Herzögen von Burgund um 1400 und bis ins späte 16. Jahrhundert reichend.